
Zahnfleischerkrankungen oder Parodontitis (im Volksmund oft als Parodontose bezeichnet) sind neben Karies die häufigste Ursache für den Verlust der Zähne. Beide Erkrankungen werden durch Bakterien verursacht, die sich im Zahnbelag befinden.
Eine regelmäßige und vor allem sorgsame Pflege mit Entfernung des Zahnbelages auf Zähnen und Zahnfleisch ist der beste Schutz gegen Karies oder Parodontitis um die eigenen Zähne nicht unnötig zu verlieren.
Zahnbelag ist ein fast für das menschliche Auge unsichtbarer Film, der auf der Zahnoberfläche fest anhaftet. Bei der täglichen Pflege sollte dieser Belag regelmäßig morgens und abends entfernt werden. Hierzu werden Zahnbürste und Zahnpasta, sowie in der Regel Zahnseide benutzt. Nur so wird der Zahn rundherum sauber und die Flächen, besonders auch die Zahnzwischenräume gereinigt.
Verbleibt der zahnbelag, mit Millionen von Bakterien, für eine längere Zeit auf dem zahn oder am Zahnfleischrand, so führen dieser zunächst zu einer Entzündung des angrenzenden Zahnfleischbereiches. Dieser schwillt an, ist stark gerötet und führt zu Zahnfleischbluten.
Da keine Schmerzen auftreten, ist das Bluten ein ernstzunehmendes Alarmsignal.
Bleibt diese Entzündung längere Zeit bestehen, entsteht eine Gingivitis. Weitreichende Schäden um den Zahn herum sind die Folge. Der Zahnhalteapparat, d.h. der Knochen, in dem der Zahn verankert ist, fängt an sich abzubauen. Das Zahnfleisch geht zurück, da es nicht mehr vom Knochen gestützt wird. Es entsteht eine Zahnfleischtasche. Der Zahn wird nun langsam locker bis er später, nach der Zerstörung des Halteapparates, ausfällt oder gezogen werden muss.
Begleitet wird die Erkrankung meist von mäßig bis starken Mundgeruch. Dieser ist oftmals störend für das Umfeld wie den Partner und die Familie. Nach der Behandlung stellt sich ein frischer Atem von selbst wieder ein.
Somit ist es sehr wichtig die Warnsignale so früh wie möglich zu erkennen:
Die Gefahr bei der Parodontitis ist, dass für den laien das Zahnfleisch noch scheinbar gesund aussieht, da es sich noch nicht zurückgezogen hat. Trotzdem können bereits tiefe Zahnfleischtaschen und Defekte im Knochen vorhanden sein.
Die Zahnfleischerkrankungen können menschen jeden Lebensalters treffen, junge Menschen in der Pubertät, bis ins hohe Alter.
Je frühzeitiger eine Parodontitis erkannt wird, um so besser sind die Heilungschancen.
Die Behandlung einer Zahnfleischerkrankung baut sich immer aus drei Blöcken auf:
1.) Vorbehandlung:
Zunächst wird dem Patienten nach Anfärben der Zahnbeläge ein Mundhygienestatus erstellt und somit die individuelle Mundhygienesituation festgehalten. Abgestimmt auf diese individuelle Situation wird die richtige Putztechnik besprochen und demonstriert, sowie die Pflege der Zwischenräume und Nischen geübt.
Selbstverständlich folgen professionelle Zahnreinigungen druch eine entsprechend ausgebildete Helferin, um die Zahnbeläge schon zu einem großen Teil im sichtbaren Bereich zu entfernen.
Eine Analyse der Erregerbakterien im Labor ist bei schweren und weit fortgeschrittenen Parodontitis-Formen durchzuführen. Der Zahnarzt kann dazu Speziallabore in Anspruch nehmen. Diese Laboratorien können untersuchen ob ein Befall mit sogenannten Parodontitiskeimen vorliegt.
2.) Die Taschenbehandlung:
Sie erfolgt unter lokaler Betäubung. Hierbei werden bei leichten Parodontitis-Formen, die vertieften Zahnfleischtaschen gesäubert von Bakterien, Zahnstein und Belag.
In weiter fortgeschrittenen Fällen können verschiedene Behandlungsmethoden eingesetzt werden, um die Erkrankung zu stoppen. Zu diesen modernen Methoden gehören Techniken mit Membranen, mit denen der Knochen wiederaufgebaut werden kann und Anwendung von Medikamenten in der Zahnfleischtasche.
3.) Die Nachsorge:
Sie ist der wichtigste Abschnitt. Der Parodontitis-Patient sollte reglemäßig alle 3-6 Monate Zähne und Zahnfleisch kontrollieren und eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durchführen lassen. Auch bei diesen Kontrollen ist es notwendig ist es notwendig regelmäßig die Zahnfleischtaschen zu messen.
Am wichtigsten ist aber die eigene, gute und regelmäßige Pflege zu Hause.
KEIN ZAHNBELAG - KEINE KARIES - KEINE ZAHNFLEISCHERKRANKUNGEN